Präventivprojekte

Wir sehen es als eine unserer Hauptaufgaben an, Präventivprojekte zu initiieren, zu fördern und finanziell zu unterstützen. Meist ist es sehr viel sinnvoller und letztlich für alle Beteiligten auch kostengünstiger Dinge anzupacken, bevor sie sich zu Problemen auswachsen.

Gripswerkstatt
Die Gripswerkstatt ist ein Projekt, dass die Kinderbrücke Allgäu zusammen mit dem Kempodium in Kempten ermöglicht. Es bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Hauptschulabschluss die Chance, diesen nachzuholen. Der dazu benötigte Stoff wird an zwei Tagen in der Woche von zwei kompetenten Lehrern durchgenommen. Ein weiterer Tag ist ein Werkstatttag, an dem sich die Teilnehmer in den Kempodium Werkstätten in praktischen Arbeiten erproben können. Inzwischen nehmen 14 jungen Menschen teil, die sich zum Ziel gesetzt haben, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Für diese Gruppe finden die externen Prüfungen zum Hauptschulabschluss im Juli statt. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt.
Kids-Point
Inzwischen werden an den drei Standorten Kempten, Memmingen und Kaufbeuren ca. 30 Kinder betreut, die in einer familienähnlichen Gruppe, nach dem Schulunterricht in ihrer positiven Entwicklung gestärkt werden. Die Kinder kommen in aller Regel auf Vorschlag einer Grundschule in das Projekt, da im Unterricht Mängel festgestellt wurden, sei es im sozialen Bereich oder beim Sprachverständnis. Der Grund liegt nicht allzu selten in dem Unvermögen der Eltern, den Kindern bei ihren schulischen Problemen zu helfen und/oder ihrer Verantwortung bei der Erziehung gerecht zu werden. Umso beeindruckender das Ergebnis, nach dem am Ende dieses Schuljahres 4 Kinder erstmals aus dem Kids-Point ausgeschieden sind. Zwei Kinder besuchen das Gymnasium, ein Kind die Realschule, ein weiteres die Hauptschule. Wir freuen uns außerordentlich und beglückwünschen ganz besonders die Kinder, sowie natürlich auch die Betreuerinnen dieser Kinder, die Lehrkräfte der Grundschule und letztendlich auch die Eltern, die in vielen Gesprächen von der Wichtigkeit einer Zusammenarbeit überzeugt werden konnten. Für die Kinderbrücke Allgäu ist dies Bestätigung, dass sich das Bemühen um jedes einzelne Kind mehr als lohnt.
Ich bin wichtig
Das kann in jeder Familie passieren – Vater oder Mutter leiden unter einer starken psychischen Belastung, werden seelisch krank. Manchen fühlen sich wochenlang depressiv, andere kommen mit ihren unerklärlichen Ängsten oder Wahrnehmungen nicht zurecht. Wieder andere leiden unter Zwangsgedanken oder sind abhängig von Suchtmitteln. Oft wird eine ärztliche ambulante oder stationäre Behandlung notwendig. Auch Eltern mit einer psychischen Erkrankung wollen für ihre Kinder natürlich nur das Beste! Und in „guten“ Zeiten gelingt dies auch. Doch in „schlechten“ Zeiten können sie sich ihren Kindern oft nicht genug widmen – die eigene seelische Belastung oder Krankheit ist zu schwer. Auch der andere Elternteil kann das manchmal nicht ausgleichen. Weiter können bei der Beziehungsunsicherheit die eine psychische Erkrankung eines Elternteils mit sich bringt, die Kinder oft nur schwerlich einen stabilen Bindungsstil entwickeln. In dieser Situation verstehen Kinder die Welt nicht mehr. Was ist los mit Papa oder Mama? Auf ihre Fragen bekommen sie oft keine Antworten. Die Kinder müssen u.a. mit Verunsicherung und Desorientierung, Tabuisierung oder Isolierung selbst fertig werden. Die kindlichen Gefühle gehen drunter und drüber: Angst, Liebe, Wut, Sorge um den Elternteil einerseits und Hilflosigkeit andererseits, Loyalitätskonflikte, Schuldgefühle, Trauer. Diese Gefühle und Emotionen bleiben den Kindern dabei oft unbewusst bzw. sie werden zum Teil unter- oder weggedrückt, nicht zugelassen, weil dafür (vermeintlich) kein Raum vorhanden zu sein scheint. Kinder versuchen zu helfen – und können es doch nicht – aus Liebe kommt es zusätzlich zur Überforderung. Die Kinder übernehmen Verantwortung, die nicht zu ihnen gehört und die ihnen schließlich einen Teil der Kindheit raubt. Die Not von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil ist als solche erkannt und ihr soll jetzt zunächst in Kaufbeuren und Umgebung, aber auch im Landkreis Ostallgäu durch die Entwicklung und den Ausbau der Bausteine VERNETZUNG UND KOOPERATION – ELTERNARBEIT – GRUPPENANGEBOT FÜR KINDER entgegengewirkt werden. Für dieses, im Allgäu einmalige Pilot-Projekt, haben wir die Kosten während der einjährigen Probephase übernommen, mit der Maßgabe, dass danach der Bezirk Schwaben die weitere Finanzierung übernimmt.
Julia ruft 112
Auf Initiative der Kinderbrücke Allgäu wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Unterrichtsministerium, d.h. der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und dem Schulamt des Landkreises Lindau, dieses Präventionsprojekt entwickelt. Erstklässler sollen hierbei lernen, sich im Notfall richtig zu verhalten, lernen wie sie die Notrufnummer wählen, was sie am Telefon sagen müssen. Am 11.März wurde in einer bayernweiten Auftaktveranstaltung das von der Kinderbrücke finanzierte Lehrmittel-Set den Vertretern aus Ministerium und Schulämtern vorgestellt. Dieses Lehrmittel-Set, bestehend aus einem Bilderbuch im DIN A 2-Format, einer Puppe, Telefonen und didaktischem Material für die Lehrkräfte, wurde inzwischen allen Allgäuer Grund- und Sonderschulen zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen ca. 10.000 Stück Elterninfo und Merker für die Kinder. Dieses vom Rotary Club Kempten finanziell unterstützte Projekt ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit unserer Kinder und erfährt auch die weitere Unterstützung durch unsere Hilfsorganisation. Seit dem Start des Projekts im Jahre 2003 bekommt jedes Kind einen Elternbrief mit verschiedenen Hilfsmitteln. In jedem Jahr sind es ca. 5000 Sets, die wir den Schulen auf Anforderung kostenfrei zur Verfügung stellen.
AD(H)S
Immer häufiger werden in den letzten Jahren bei Kindern AD(H)S oder andere Aufmerksamkeitsstörungen diagnostiziert. Die Symptomatik dieser Störungen stellt einerseits für die betroffenen Kinder und ihre Eltern ein individuelles Problem dar, hat aber andererseits auch im schulischen Bereich erhebliche Auswirkungen. AD(H)S – Aufmerksamkeitsstörungen können die Entwicklung eines Kindes, seine Erziehung, sein schulisches Lernen, seine Ausbildung und sein Sozialverhalten in hohem Maße beinträchtigen. Eine frühzeitige, differenzierte und umfassende Behandlung ist deshalb von großer Bedeutung. Mit einem ganzheitlichen Konzept, getragen von Schulamt und Jugendamt des Landkreises Lindau und der Kinderbrücke Allgäu, soll den betroffenen Kindern geholfen werden. Das Pilotprojekt, in diesem Umfang bisher einmalig in Bayern, ist ein Gruppenangebot, das auf die Bedürfnisse der teilnehmenden Kinder zugeschnitten ist. Ausgangspunkt und Abschluss bildet das Gespräch mit den Erziehenden und dem Klassenlehrer. Während des gesamten Trainings werden Eltern und Lehrer so intensiv wie möglich in den Prozess mit eingebunden, um die Übertragung in den Alltag, zu Hause und in der Schule so gut wie möglich zu gewährleisten. Die Kindertherapie findet in Gruppen mit 4-6 Kindern statt, die sich einmal in der Woche über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr treffen. Das gesamte Projekt wird wissenschaftlich begleitet, um die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen zu beurteilen, zu dokumentieren und um zu einem späteren Zeitpunkt die anderen Allgäuer Landkreise mit in dieses Projekt einbeziehen zu können. Im Jahr 2007 wurde eine Gruppe von Beratungslehrern aus dem Unterallgäu auf einem dreitägigen Seminar in der AD(H)S -Problematik geschult, im April 2008 findet diese Veranstaltung für Lehrer aus dem Oberallgäu und aus Kempten und im Oktober 2008 für Lehrer aus dem Raum Kaufbeuren statt. Kinderbrücke Allgäu finanziert diese Veranstaltungen.
LRS
Das Schulamt Kempten mit Hilfe engagierter Lehrer in Kindergärten Tests durchgeführt um rechtzeitig, d.h. vor der Einschulung bei Kindern festzustellen, ob eine Lese-Rechtschreibschwäche vorliegt. Dies ist heute mit einem speziellen Screeningverfahren als Diagnoseinstrument möglich. Dieses Screeningverfahren wird für Kinder im letzten Kindergartenjahr durchgeführt und ist für die Kinder freiwillig. Daneben werden die Eltern betroffener Kinder über Sinn und Zweck des Verfahrens informiert. Die Beteiligung liegt inzwischen bei weit über 90 %. In den vergangen drei Jahren wurden jeweils 600 Kinder getestet, von denen jeweils 150 Kinder deutliche Auffälligkeiten zeigten. Nach einem halbjährigen Trainingsprogramm waren es dann noch je 4-5 Kinder, die in einem weiteren Programm gezielt gefördert werden mussten. Dieses wirkungsvolle und effektive Präventivprogramm drohte nun an fehlender finanzieller Ausstattung zu scheitern. Wir fanden es deshalb jeder Mühe wert, die finanziellen Mittel für eine Weiterführung bereitzustellen. Mit Hilfe von Lions und Rotary ist uns dies für die Jahre 2005 und 2006 gelungen.
Mama-Baby-Hilfe
Junge Mütter, zum Teil noch minderjährig, erhielten von einer Sozialpädagogin angeleitet, Unterstützung in Alltagsfragen. Hinweise zu Pflege und Ernährung ihres Säuglings, sowie Hilfe im Umgang mit einem Kleinkind, wenn Auffälligkeiten sichtbar werden. Begleitung zu Ämtern und Beratungsstellen gehörten auch in dieses Beratungsprogramm. Die Kinderbrücke Allgäu hat einen Teil der Kosten übernommen. Darüber hinaus erhalten alleinerziehende Mütter (und auch Väter) durch den Austausch mit Gleichgesinnten Hilfe und Unterstützung bei Problemlagen, wie Sicherung des Lebensunterhalts, Unsicherheiten und Überforderung bei der Kindererziehung, Bewältigung des Alltags. Ebenso wichtig ist das Knüpfen sozialer Kontakte, sowie eine fachliche Begleitung für Fragen der eigenen Lebens- und Berufsplanung. Bei dem, von pro familia und dem Erziehungs- und Jugendhilfeverband Kempten initiiertem Projekt, fungieren wir als Co-Partner und haben einen Teil der Finanzierung übernommen.
Das Rollende Klassenzimmer
Mit dem Rollenden Klassenzimmer können im Rahmen des Projekts „Zukunft bringt´s“ der Stadt Kempten themenbezogene Aktivitäten an den einzelnen Kemptner Schulen in den verschiedenen Stadtteilen realisiert werde. Das Rollende Klassenzimmer bietet besondere Lernerfahrungen für Schülerinnen und Schüler an. Auf einer multifunktionellen Bühne werden Medienberichte und Kinobeiträge in jugendlicher Zusammenarbeit erstellt. Das Rollende Klassenzimmer hat darüber hinaus noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Es dient auch als Theaterbühne oder Zirkusarena. Gemeinsam mit dem Verein Schulkulturagentur wird dieses Projekt verwirklicht. Kinderbrücke Allgäu hilft bei der Finanzierung des Rollenden Klassenzimmers.
Praxis bildet, der Beruf kommt an die Schule
Die Frage: „Welchen Beruf möchte ich nach der Schule ergreifen?” stellt sich jeder Schüler. Für die Schüler der Hauptschule ist diese Frage jedoch bereits im Alter von 15 Jahren hoch aktuell, denn dann endet deren Schulpflicht. Untersuchungen der IHK und der Agentur für Arbeit haben gezeigt, dass besonders diese Jugendlichen nur eine sehr begrenzte Vorstellung von den, ihnen zur Verfügung stehenden Berufsfeldern haben. Meist kennen sie lediglich die Berufe ihrer Eltern und deren Umfeld. Steht in diesem Beruf keine Lehrstelle zur Verfügung oder trifft sie nicht die Begabung des Jugendlichen, entpuppt sich diese begrenzte Kenntnis schnell als Sackgasse. Um diesen Schwierigkeiten bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu begegnen, hat „Praxis bildet” in Kooperation mit der „Kinderbrücke Allgäu” an der Volksschule Dietmannsried das Pilot-Projekt „Beruf an der Schule” gestartet. Ziel des Projektes, das über einen Zeitraum von 3 Jahren mit den derzeitigen 7. Jahrgangsstufen als Pilotprojekt läuft, ist es, den Jugendlichen über praktische Gewerk-Präsentationen eine möglichst große Bandbreite an Berufsfeldern zu offerieren. Die Schüler haben unter fachkundiger Anleitung Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Begabungen auszutesten. Jeder Schüler hat eine Begabung, es muss ihm nur die Möglichkeit gegeben werden, diese an sich selbst zu entdecken. Nur Jugendliche, die fest daran glauben, dass sie etwas besonders gut können, werden mit Einsatz und Engagement sich selbst eine Lehrstelle suchen und erfolgreich ihre Ausbildung abschließen.
KIWI – Kinder sind uns wichtig
Die Kinderbrücke Allgäu unterstützt dieses Projekt der Diakonie in Kempten. Ziel von KIWI ist es, die Entwicklung von Kindern in einer schwierigen Situation oder in einem schwierigen familiären Umfeld, zum Beispiel durch eine schwere, in vielen Fällen psychische Erkrankung der Eltern, zu unterstützen, bevor das Kind dadurch auffällig oder krank wird. Aktuell wird diese Präventionsarbeit noch nicht von der öffentlichen Hand gefördert, obwohl gerade die Hilfsansätze, die frühzeitig und ganzheitlich für Kinder und Jugendliche wirksam werden, erwiesenermaßen nachhaltig im Ergebnis. Die Erfolge in der Arbeit mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen zeigen auf, dass dies der richtige Weg ist.
Kinderpflege-Sets
Angeregt durch die Geschichte eines Zahnarztes, der berichtet, dass einer seiner kleinen Patienten sich die Zähne nicht putzen konnte, weil die Zahnbürste besetzt war, hat die Kinderbrücke Allgäu das Projekt „Kinderpflege-Sets“ ins Leben gerufen. Auch in manch Allgäuer Familie ist die finanzielle Not so groß, dass das Geld noch nicht einmal für die tägliche Körperpflege reicht. Besonders schwierig ist diese Situation für die Kinder der betroffenen Familien. Hier springt die „Kinderbrücke Allgäu“ ein. Durch den Fall aufmerksam gemacht, organisierten die Mitglieder des Vereins in diesem Jahr ein neues Projekt: Sie suchten und fanden Sponsoren und Mitstreiter für sogenannte „Körperpflege-Sets“. Die Allgäuer Werkstätten in Kempten, die Töpfer GmbH in Dietmannsried, das Berliner Unternehmen Care4Smile und der Drogeriemarkt Müller sowie die Hans Kolb Wellpappe GmbH in Memmingen erklärten sich bereit, die Aktion durch Produkte zum Selbstkosten- oder Sonderpreis zu unterstützen. Über Allgäuer Tafelläden erhalten Kinder und Jugendliche ab sofort alle drei Monate die nötigsten Produkte für die tägliche Reinigung: Zahnbürsten, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo und – für die Jugendlichen – ein Deodorant. Bei der ersten Lieferung im August 2012 gingen knapp 800 Päckchen im Wert von gut 5600 Euro an die insgesamt acht Allgäuer Tafelläden in Kempten, Kaufbeuren, Memmingen, Mindelheim, Immenstadt, Bad Wörishofen, Lindau und Lindenberg. Wie groß der Bedarf ist, das zeigt die stetig steigende Nachfrage: Die zweite Lieferung im November wird darum entsprechend größer ausfallen…
Helfen Sie uns helfen:

Raiffeisenbank Oberallgäu Süd
Konto: 300 9009, BLZ: 733 699 20
IBAN: DE62 7336 9920 0003 0090 09
BIC: GENODEF1SFO

Raiffeisenbank Westallgäu, Weiler
Konto: 330 990, BLZ: 733 698 23
IBAN: DE59 7336 9823 0000 3309 90
BIC: GENODEF1WWA
Projekt 1132!

Hilfe im Westallgäu
Die 6-köpfige Familie lebt von ALGII. Der Vater ist seit Jahren arbeitslos, die Mutter leidet an Epilepsie, Rheuma und einer Depression. Sie muss sehr starke Medikamente einnehmen und kann daher nicht stillen. Wir stellten einen Betrag zur Beschaffung von Fertignahrung für den Säugling und von Winterbekleidung für die älteren Kinder zur Verfügung.
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